Dienstag, 13. April 2010

André Leyens - ein Brückenbauer der etwas anderen Art



MyWayCoach: Herr Leyens, Sie sind Ingenieur. Von Ihren könnte man erwarten, dass Sie Häuser, Strassen oder Brücken bauen. Aber das tun Sie nicht. Und das planen Sie auch nicht. Höchstens im weitesten Sinne des Wortes: Sie wollen Brückenbauer zu den Herzen der Menschen sein. Hat sich das erst im Laufe der Zeit ergeben, oder warum haben Sie nicht gleich Psychologie, Soziologie oder Medienwissenschaft studiert?

André Leyens: Das war in der Tat ein langsamer Prozess. Mein Weg zum Ingenieurstudium war mit 16- 17 Jahren früh vorgezeichnet: mit Mathe als Leistungsfach. Empfehlungen meiner Lehrer auf der einen Seite und das eigene Interesse daran, die alltäglichen technischen Dinge zu verstehen - so gab es in meinem Denken sehr schnell keine anderen Pläne, als den Weg zur Uni zu wählen. In fünf Jahren war das Studium dann auch geschafft und es ging mit viel Elan auf die Suche nach der ersten Arbeitsstelle. Als ich 1987 von Belgien beruflich nach Düren ging, wurde mir jedoch schnell klar, dass ich mit technischem Wissen alleine in der praktischen Betriebswelt nicht bestehen kann. Hier galt es auch Menschen zu führen, sie für Unternehmensziele zu begeistern. Somit habe ich mich nach und nach mit entsprechender Literatur eingedeckt, um meinen Wissensdurst zu stillen. Ich begann, mich darüber hinaus für das Geheimnis der Motivation - aber auch für die Schattenseiten des menschlichen Daseins zu interessieren. Fragen, warum Ziele nicht erreicht werden, warum, trotz eines möglicherweise eisernen Willens, Dinge nicht funktionierten, haben mich fortan beschäftigt. Umdenken war angesagt: Ich hatte im Studium ja gelernt, dass in der Technik alles in irgendwelchen Formeln zu bringen war, die Dinge festen Gesetzen gehorchten, sprich dass a + b eben c ergaben. Im Umgang mit Menschen durfte ich lernen, dass a + b durchaus auch d oder e lauten kann, sprich dass menschliches Verhalten sich eben nicht in enge Korsette stecken lässt. So begann ich, mich selbst zu hinterfragen, meine eigenen Beweggründe zu erkunden und Antworten zu finden. Mit Sicherheit war dies letztendlich Auslöser dafür, den Ingenieur an den berühmten Nagel zu hängen und mich für eine Vertriebstätigkeit zu entscheiden. Hier lernte ich noch mehr über Menschen und deren Motivation. Ich merkte, dass ich durch mein Wissen - und meine selbst gemachten Erfahrungen – immer öfter meinen Gesprächspartnern im persönlichen Bereich helfen konnte. Ich spüre schnell und intensiv, was die Menschen bewegt – ich denke, dass ist eine große Fähigkeit von mir – und sie vertrauen mir. Und somit macht es mir Freude, wenn sie sich durch meine Hilfe weiterentwickeln und entfalten konnten.

MyWayCoach: Ihr Weg zum Podium ist ein langer und harter Weg gewesen. Mit Irrwegen, Sackgassen und Stopschildern. Wie haben Sie sich immer wieder motivieren können?

André Leyens: Ich habe meinen Vater sehr früh verloren und bin so alleine mit meiner Mutter und meiner Schwester aufgewachsen. In den 70er Jahren ist man nur wenig darauf eingegangen, was ein solches Ereignis bei Kindern auslöst. Ich war jedenfalls sehr früh auf mich selbst gestellt und habe somit gelernt, mich selbst wieder aus der Sache zu ziehen. Es waren Techniken, die ich auch später immer wieder angewendet habe. Eine ist mir noch sehr bewusst: Du kannst jetzt den Kopf hängen lassen und es wird sich nichts ändern oder du packst die Sache irgendwie an und es wird sich nach und nach zum Besseren wenden. Ich habe das Gespräch mit sehr guten Freunden gesucht, denen ich vertrauen konnte. Letztendlich: Ausschlaggebend war, an mir selbst zu arbeiten. Mir meine – manchmal auch sehr kleinen – Erfolge und Schritte bewusst zu machen und mich daran zu erfreuen. Mein Motto ist inzwischen: „Das Leben stellt dir immer nur die Aufgaben, die du in diesem Moment mit deinen Fähigkeiten auch lösen kannst“. Das hilft und gibt auch in dunklen Zeiten Kraft.

MyWayCoach: Für die Zukunft planen Sie, noch öfter zum Mikrophon zu greifen - Reden zu halten - Seminare zu geben. Wo wird man Sie in Zukunft erleben können - worüber werden Sie bevorzugt sprechen?

André Leyens: Zurzeit arbeite ich als Lizenztrainer für eine Beratungssoftware. Hier kommt der Ingenieur wieder durch, weil ich damit meinem Gesprächspartner jeden finanzmathematischen Prozess verdeutlichen kann. Ein neues Projekt, das mir sehr am Herzen liegt, startet demnächst an Schulen. Hier ist mein Ziel, Schülern und Jugendlichen frühzeitig den Umgang mit Geld nahe zu bringen, sie zum Sparen zu animieren, vor allen Dingen jedoch, sie vor der Schuldenfalle zu bewahren. Mein großes Ziel ist, durch meine Arbeit Menschen Mut zu machen, dass sie Hindernisse überwinden und sich auf dem Weg zum Besseren begeben können. Ich hatte das Glück, immer wieder auf Menschen zu stoßen, die mir weitergeholfen, die mir ein Stück weit die Augen geöffnet haben. Wenn mir dies auch gelänge, würde mich das sehr zufrieden machen.

MyWayCoach: In Ihren Visionen planen Sie schon weiter. Sie machen bühnenreif Musik, singen und werden auch in Theaterstücken mitspielen. Welche Theaterformen bevorzugen Sie? Eher Tragödie oder Komödie? Shakespeare, Dürrenmatt oder Gegenwartsdichter?

André Leyens: Das Theater spielen und das Musizieren werden wohl eher ein ausgleichendes Hobby bleiben. Aber wer weiß schon genau, was sich so alles noch entwickeln wird. Ich glaube, mir läge eher die Komödie, weil Lachen sicherlich nicht schaden kann. Ich schreibe zudem gerne. Vielleicht lässt sich dieses Medium ja sogar einmal zur Vermittlung und Verdeutlichung meiner Idee, meiner Botschaft, einsetzen.

MyWayCoach: Bei all Ihren Aktivitäten: Sie sind alleinerziehender Vater. Ihr 13jähriger Sohn Pascal erwartet viel Aufmerksamkeit - wie schaffen Sie das Körper-Geist-Seele-Pensum - Work-Life-Balance? Wie halten Sie sich fit?

André Leyens: Ich gestehe, dass dies noch eine meiner Baustellen ist. Ich versuche in der Zeit, die ich mit meinem Sohn verbringe, auch wirklich „präsent“ zu sein und alles andere beiseite zu lassen. Pascal ist aber auch oftmals mein Lehrmeister: durch sein kindliches Gemüt, seine Fröhlichkeit – er ist für jeden Spaß zu haben, was leider nicht immer seine Lehrer erfreut – lebt er mir vor, wie ich manche Dinge im Leben leichter nehmen sollte. Er gibt mir sehr viel Freude und den Dingen, die ich tue, ihren tieferen Sinn. Somit ist er immer wieder meine geistige Kraftquelle und wir fördern uns gegenseitig. Körperlich nutze ich die Sommermonate, um mich mit Laufen und Badminton fit zu halten. Es macht den Kopf frei und meist kommen mir bei meinen Langläufen die besten Ideen. Zu guter letzt faszinieren mich immer wieder Bücher: ich tauche dann einfach für einige Zeit ab, und schaffe Raum für neue Taten.

MyWayCoach: Menschen, die ein bewegtes Leben hatten sind oft durch „Höllen“ gegangen - welche Erkenntnisse fürs Leben haben Sie persönlich durch die Schwere Ihres Lebens gezogen?

André Leyens: „Es kommt meistens besser als man denkt“. Viele Dinge, die, als ich sie durchlebte, schlimmer nicht hätten sein können, stellten sich im Nachhinein, als viel besser heraus. Oftmals musste es erst so kommen, damit sich etwas anderes in Bewegung setzte. Die durchlebten „Höllen“ haben mich stärker gemacht.
MyWayCoach: Danke für das Gespräch.
Kontaktdaten:
André Leyens
andre.leyens@leyens.de

Dienstag, 23. März 2010

Grenzerfahrung 2010-Initiator im Interview

Ralf Voigt

Der bekannte Kölner Photograph Ralf Voigt und seine Sozia, die Kölner Kauffrau Helene Hoffmann, werden im Juli 2010 von Köln aus eine Grenzerfahrung der besonderen Art erleben: eine Elefanten-Motorrad-Tour entlang der deutschen Grenze. Dabei passieren sie zehn Bundesländer im Grenzbereich zu neun Nachbarländern. Und sammeln Geld für die Deutsche Krebshilfe.
My Way Coach: Herr Voigt, wie kann man eine solche Tour – drei Wochen und 5000 km – komplett durchplanen ?

Ralf Voigt: Ich habe auf meinen längeren Touren immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es sich nur lohnt, einen groben Rahmenplan zu machen. En detail zu planen, ist überflüssig, denn es gilt, wie die Kölner so schön sagen: Et kütt, wie et kütt (es kommt, wie es kommt). Zu vieles kann geschehen: Zum Beispiel eine technischen Panne, die jeden Zeitrahmen sprengen kann. Ich versuche deshalb nur, die im Vorfeld festgelegten Tagesetappen einzuhalten, alles weitere wird sich im Laufe der Tour ergeben. Das ist auch irgendwie das Schöne an einer solchen Tour, man weiß nie, was einen erwartet.

My Way Coach: Wie sind Sie auf Pannen oder technische Probleme vorbereitet ?

Ralf Voigt: Unser Motorrad befindet sich beim Start im perfektem technischen Zustand, dafür sorgt die Werkstatt meines Vertrauens. Darüber hinaus verlassen wir uns für solche Fälle unterwegs auf Kreditkarte & Automobilclub. Nein, Spaß beiseite: Eine solche Tour ist nicht machbar, wenn man nur auf sich allein gestellt ist. Wir haben viele fleißige Helferlein, die im Hintergrund für die Tour arbeiten – so gehört z.B. auch ein Notfallteam, das im Extremfall auch aus Köln mit einem Anhänger kommen kann, zur Mannschaft dazu. Wir hoffen aber, dass wir nicht darauf zurückgreifen müssen.

My Way Coach: Wie halten Sie die Motivation für eine solche Mammuttour aufrecht ?

Ralf Voigt: Einige meiner vorherigen Touren habe ich alleine gemacht; da wird es unterwegs schon mal langweiliger und dann auch schwieriger, sich zu motivieren. Es kann dann schon mal passieren, dass man während der Fahrt anfängt, sich mit seinem Motorrad zu unterhalten. Das ist ja noch nicht schlimm, bedenklich wird es erst, wenn man sich einbildet, dass das Motorrad antwortet. Die kommende Tour fahre ich jedoch mit meiner Lebensgefährtin und zu zweit ist einfach mehr Abwechslung da – man sieht mehr und spricht auch darüber.

My Way Coach: Als Langstreckenfahrer ist es um Ihre persönliche Fitness sicher gut bestellt, wie sieht es aber mit den sonstigen Vorbereitungen
aus?

Ralf Voigt: Wie bereits gesagt: Das Motorrad befindet sich in einem Topzustand. Darüber hinaus verlassen wir uns auf die beste Ausrüstung, die man derzeit für Geld kaufen kann. So fahren wir die Tour diesmal mit neuen C3-Helmen von Schuberth. Ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man den gleichen Kopfschutz trägt, wie er auch von Michael Schumacher bevorzugt wird. Der Helm ist aber nicht nur aus sicherheitstechnischer Sicht ein Nonplusultra, sondern bietet, gerade für lange Strecken, auch viel Komfort: Die Geräuschdämmung ist sehr gut und er ist sehr bequem zu tragen, trotz eingebautem Kommunikationssystem. Man kann fast sagen, dass man ihn kaum fühlt. Gleiches gilt für unsere Bekleidung, die über zahlreiche Protektoren verfügt. Wir sind der Überzeugung, bestens gerüstet zu sein.

My Way Coach: Ein eingebautes Kommunikationssystem? Wie kann man sich das vorstellen?


Ralf Voigt: Nun ja, ganz einfach: Ein Kopfhörer in jedem Helm und ein Gerät am Motorrad, mit dem man einerseits untereinander sprechen kann, aber auch Musik hören, telefonieren und das Navigationssystem hören kann. Wenn meine Lebensgefährtin allerdings zuviel Gebrauch davon machen wird, kann ich es auch abschalten.
Mit Ralf Voigt sprach für My Way Coach Lilli Cremer-Altgeld.


Kontaktdaten:
Ralf Voigt
sowie mobile: +49 (0)157 76672868