Samstag, 31. Dezember 2016

Der Jahreswechsel. Oder: Liebe und Begeisterung, Herzblut und Leidenschaft. Von André Leyens


André Leyens


Für viele war es wohl ein Jahr zum vergessen... Zumindest scheint mir dies der Tenor in den sozialen Netzwerken zu sein. War es schlimmer als die anderen Jahre? Oder besser? Ich vermag es nicht wirklich zu beurteilen. Wenn, dann nun für mich selbst...

In diesen Tagen wird in zahlreichen Jahresrückblicken an Menschen erinnert, die von uns gegangen sind.

Tatsächlich haben uns viele Persönlichkeiten in diesem Jahr verlassen... (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Aus der Politik:
- Hans-Dietrich Genscher - unvergessen, seine Ansprache auf dem Balkon der Deutschen Botschaft in Ungarn
- Walter Scheel, der 4. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland
- Guido Westerwelle, der als Vorsitzender der FDP viel bewegt hat, und der leider seinen Kampf gegen den Krebs verloren hat
- Hildegard Hamm-Brücher, die Grande-Dame der FDP
- Shimon Perez, ein Wegweiser im Konflikt zwischen Israelis und Palestinenser
- Henning Voscherau
- Peter Hintze

Aus der Musikbranche haben uns Prince, David Bowie, Leonard Cohen ("Halleluja"), Rick Parfitt und George Michael große Musiker verlassen, die die Musik der letzten Jahrzehnte geprägt haben. Nicht zu vergessen, Roger Cicero, einer unserer Größen in Pop und Jazz

Bei Film, Funk und Fernsehen fehlen seit diesem Jahr Götz George, Manfred Krug, Alan Rickman, Gene Wilder, Tamme Hanken, Robert Vaughn, Carrie Fisher, Bud Spencer und Maja Maranow, sowie Jana Thiel, Miriam Pielhau und Erika Berger. Unvergessen bleibt auch der Moderator Roger Willemsen. Und der Star der Kindersendung "Löwenzahn", Peter Lustig.

Umberto Eco wird nicht mehr schreiben, Muhammad Ali, nicht mehr kämpfen... und Zsa Zsa Gabor, keine Schlagzeilen mehr produzieren...

Warum wird an Prominente gedacht und erinnert? Warum nicht an Leute wie Sie und ich?

Oder... ich stelle die Frage einmal anders herum: könnten wir nicht alle auf einer bestimmten Art ein wenig "Prominent" sein?

Vielleicht nicht gleich weltweit, aber sicher doch im engsten Familien- und Freundeskreis, in der Nachbarschaft, in der Gemeinde...

Ich glaube, wenn man sich den Werdegang all dieser Menschen anschaut, wird sich eine große Gemeinsamkeit hervortun. Man wird nach meiner Auffassung feststellen, dass sie das, was sie taten, mit Liebe und Begeisterung taten, mit Herzblut und Leidenschaft... egal, was da komme! Sie sagten, was sie zu sagen hatten... und taten, was sie für richtig hielten.. und fanden so Anerkennung und Bekanntheit, teilweise über die Grenzen ihres Heimatlandes hinaus...

Und so könnte doch ein jeder von uns leben und handeln, oder etwa nicht?

Dem Job, den er hat, mit Begeisterung nachgehen, auch wenn es vielleicht nicht der Traumjob ist... . In seiner Familie präsent sein, sprich wirklich bei der Sache sein, wenn man da ist... und, und, und...

Letztendlich etwas weniger nörgeln und kritisieren, etwas mehr gestalten; etwas weniger Opfer der Ereignisse sein, sondern etwas mehr Herr seines Lebens werden.... und es reicht, wenn es zu Beginn in den kleinen Dingen geschieht.

Vielleicht ein Vorsatz für 2017?

In diesem Sinne, Ihnen allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr und für 2017 alles erdenklich Gute.

Ihr
André Leyens





Foto: Saskia-Marjanna Schulz